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Hohe Investitionen prägen die kommenden Jahre

2. Juli 2026
Der Gemeinderat hat die Finanzplanung für die Jahre 2027 bis 2032 verabschiedet. Der Gemeindehaushalt steht in den nächsten Jahren vor grossen Investitionen und muss dafür vorübergehend eine höhere Verschuldung in Kauf nehmen. Für die Jahre 2027 bis 2032 werden jährliche Defizite zwischen rund 2,1 und 3,5 Millionen Franken erwartet.

 

 

Die Gemeinde investiert gezielt in zentrale Infrastruktur und damit stark in ihre Zukunft sowie in wichtige Infrastrukturen für Bevölkerung, Bildung und Sicherheit. Diese Investitionen führen kurzfristig zu höheren Defiziten und Schulden, sichern aber langfristig die Attraktivität und Entwicklung der Gemeinde Gaiserwald. Die Stimmberechtigten unterstützen diese Strategie des Gemeinderates, beispielsweise durch die deutlichen Zustimmungen zur Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Ebnet in Engelburg, zur Erneuerung der Infrastrukturgebäude und Erweiterung des Sportplatzes Spiserwis in Abtwil, zur Realisierung des Trennsystems an der Kreuzstrasse in Engelburg oder zur Erweiterung des Feuerwehrdepots in Engelburg.

Die im Planungszeitraum auftretenden Defizite können über das Eigenkapital gedeckt werden. Es nimmt in der Planungsperiode von rund 46,5 Millionen Franken (Ende 2026) auf etwa 28,6 Millionen Franken (Ende 2032) ab. Trotz dieses Rückgangs bleibt die finanzielle Basis des Gemeindehaushalts solide. Das Eigenkapital sagt für sich alleine jedoch wenig über die finanzielle Situation der Gemeinde aus. Investitionen werden nicht über das Eigenkapital finanziert. Für Investitionen braucht es immer Liquidität. Sie muss über die Einnahmen oder die Aufnahme von Fremdkapital (Verschuldung) sichergestellt werden. Voraussichtlich ab dem Jahr 2027 sind die vorhandenen flüssigen Mittel der Gemeinde aufgebraucht. Zur Finanzierung der Projekte wird bis 2032 eine Fremdfinanzierung von rund 72 Millionen Franken notwendig.

 

Das Bevölkerungswachstum liegt im Planungszeitraum bei einem moderaten Wert von rund 0.7 % pro Jahr. Die Steuererträge von den Einwohnerinnen und Einwohnern sollten jährlich um etwa 2.5 % ansteigen. Der auf das Jahr 2026 reduzierte Steuerfuss bleibt bei 99 %. Sobald sich die Amortisations- und Zinskosten für die Investitionsprojekte in der Erfolgsrechnung ab dem Jahr 2032 voll auswirken, muss die Situation analysiert und spätestens zu jenem Zeitpunkt eine allfällige Anpassung vertieft geprüft werden.

Investitionen

 

Der Finanzplan versteht sich als rollende Planung und deckt einen Horizont von sechs Jahren ab. Die jährlich wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben sowie die Kosten laufender und möglicher neuer Projekte in den nächsten sechs Jahren werden möglichst zuverlässig ermittelt. Da der Finanzplan auf einer Reihe von Annahmen basiert, ist er jedoch immer mit Unsicherheiten behaftet. Ein Blick auf die Finanzplanungen der vergangenen Jahre und die dann effektiv eingetretenen Jahresabschlüsse zeigt, wie schwierig die Prognose ist. Viele Faktoren, welche nicht im Einflussbereich der Gemeinde liegen, lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen.