Verkauf des Verteilnetzes der Elektra Gaiserwald: Vernehmlassungsbericht veröffentlicht
27. August 2026
Der Gemeinderat Gaiserwald führte vom 27. Februar bis 3. April 2026 eine öffentliche Vernehmlassung zum geplanten Verkauf des Verteilnetzes der Elektra Gaiserwald an Primeo Energie durch. Die Vernehmlassung stiess auf grosses Interesse: Insgesamt gingen 44 Stellungnahmen von Privatpersonen, politischen Parteien und Unternehmen ein. Die Vernehmlassung zeigte neben zahlreichen inhaltlichen Rückmeldungen sowohl Zustimmung als auch Ablehnung zum Vorhaben.
Die Energieversorgung der Bevölkerung und der Unternehmen in Gaiserwald soll auch künftig sicher, zuverlässig und wirtschaftlich erfolgen. Gleichzeitig soll die notwendige Netzinfrastruktur langfristig auf einem hohen technischen Stand gehalten werden. Nach umfassender Prüfung ist der Gemeinderat zum Schluss gekommen, dass ein professioneller Netzbetreiber unter den heutigen und künftig zu erwartenden Rahmenbedingungen die besseren Voraussetzungen mitbringt, diese Ziele langfristig zu erfüllen. Aufgrund der Gesamtbeurteilung der eingegangenen Angebote ist der Gemeinderat zum Schluss gekommen, dass das Angebot von Primeo Energie die Ziele der Gemeinde am besten erfüllt. Er beantragt deshalb den Verkauf des Verteilnetzes an Primeo Energie. Zum geplanten Verkauf konnten Bevölkerung, Parteien und Unternehmen im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung Stellung nehmen. Nun hat der Gemeinderat den Vernehmlassungsbericht veröffentlicht. Er ist zusammen mit weiteren Unterlagen (FAQ) unten in diesem Artikel einsehbar.
Vielfältige Rückmeldungen, Zustimmung und Kritik
Die eingegangenen Stellungnahmen griffen unterschiedliche Aspekte des Geschäfts auf. Häufig thematisiert wurden die Auswirkungen auf die Stromkundinnen und Stromkunden, die Wahl der Käuferin, die regionale Wertschöpfung sowie die zukünftige Rolle der Gemeinde. Mehrere Teilnehmende wünschten sich zudem zusätzliche Informationen zu den beiden Kaufangeboten.
Ein Teil der Teilnehmenden äusserte sich grundsätzlich zum Verkauf des Verteilnetzes. Dabei reichten die Stellungnahmen von klarer Zustimmung bis hin zur vollständigen Ablehnung des Vorhabens. Die Rückmeldungen zeigten insgesamt ein differenziertes Bild. Die Zahl der Stellungnahmen, die sich grundsätzlich für oder gegen einen Verkauf aussprechen, hält sich ungefähr die Waage. Von denjenigen, die sich zur Käuferin äusserten, sprach sich eine Mehrheit für die SAK aus. Ebenfalls häufig wurde der Wunsch geäussert, dass die Stimmberechtigten an der Urne und nicht an der Bürgerversammlung über den Verkauf entscheiden.
Nächste Schritte und Ausblick
Der Vernehmlassungsbericht dokumentiert die eingegangenen Stellungnahmen sowie die Antworten des Gemeinderats. Er zeigt, wie die Rückmeldungen beurteilt wurden und welche Schlussfolgerungen der Gemeinderat daraus zieht. Nach Prüfung der Rückmeldungen hält der Gemeinderat an seinem Antrag fest.
Die ausserordentliche Bürgerversammlung zum Verkauf des Verteilnetzes findet am 24. November 2026 statt. Da für die Umsetzung des Verkaufs unter anderem eine Änderung der Gemeindeordnung erforderlich ist, muss das Geschäft zunächst der Bürgerversammlung vorgelegt werden. Verlangt dort mindestens ein Drittel der anwesenden Stimmberechtigten, dass die Schlussabstimmung an der Urne erfolgt, entscheiden die Stimmberechtigten anschliessend an der Urne über das Geschäft. Andernfalls entscheidet die Bürgerversammlung abschliessend darüber.
Der Gemeinderat bedankt sich bei allen Personen, Parteien und Unternehmen für die eingereichten Stellungnahmen und das gezeigte Engagement. Die zahlreichen Rückmeldungen leisten einen wichtigen Beitrag zur sorgfältigen Vorbereitung des Geschäfts und unterstützen eine fundierte Meinungsbildung.
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